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YETA Journal / Porträt

Alexander Schönberg

Autumn Mood I - 01 · Fotografie: Alexander Schönberg
Autumn Mood I – 01 · © Alexander Schönberg

Porträt / Ein Gespräch über urbane Melancholie

Stille mitten
im Trubel

„Im Wesentlichen entscheidet immer der Hintergrund eines Bildes, ob es was wird oder nicht – das ist die Basis.“

Wo andere nur Trubel sehen, findet Alexander Schönberg Stille. Seine Bilder entstehen in den Sekunden, in denen die Stadt kurz innehält: wenn Licht und Schatten eine Fassade zerlegen und aus dem Alltag für einen Augenblick eine abstrakte Komposition wird.

„Im Wesentlichen entscheidet immer der Hintergrund eines Bildes, ob es was wird oder nicht – das ist die Basis“, sagt er. Was ihn stehen bleiben lässt, ist „meistens ein Moment der Stille oder einer unerwarteten Geometrie mitten im urbanen Trubel“.

Wetter und Licht sind für Schönberg keine Begleitumstände, sondern „die Regisseure der Stimmung“. Er liebt den Nebel, das harte, skulpturale Licht des späten Nachmittags und das gedämpfte Grau eines Hamburger Regentags – weil sie Farben reduzieren und Formen freilegen.

Die Architektur liefert die Bühne: klare Linien, massive Mauern, geometrische Strukturen. Wo das Licht auf diese Körper trifft, entstehen für ihn „Tiefe, Drama und eine architektonische Poesie“.

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Licht
und Nebel

Wetter und Licht sind für ihn „die Regisseure der Stimmung“.

Twilight II - 01 Edition blue · Fotografie: Alexander Schönberg
Twilight II – 01 Edition blue · © Alexander Schönberg Alle Bilder © Alexander Schönberg

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Mensch
oder Leere

Ein Mensch betritt seine Bilder nur, wenn er gebraucht wird.

Urban Melancholy  Edition bnw - 03 · Fotografie: Alexander Schönberg
Urban Melancholy Edition bnw – 03 · © Alexander Schönberg Alle Bilder © Alexander Schönberg

Porträt / Ein Gespräch über urbane Melancholie

Raum
zwischen den Dingen

„Die Leere transportiert oft eine viel größere Ruhe und Zeitlosigkeit.“

Ein Mensch betritt seine Bilder nur, wenn er gebraucht wird – als Maßstab oder als erzählerische, emotionale Ebene. Die kleine Gestalt in übermächtiger Architektur bricht die Strenge und erzeugt Einsamkeit, Sehnsucht oder Spannung.

Ebenso bewusst lässt er Bilder leer, wenn Architektur oder Landschaft für sich allein sprechen sollen: „Die Leere transportiert oft eine viel größere Ruhe und Zeitlosigkeit.“

Ob Farbe oder nicht, entscheidet Schönberg meist intuitiv, oft schon im Sucher; häufig fotografiert er direkt in Schwarz-Weiß. Farbe bleibt, wenn sie eigene erzählerische Kraft hat, das Auge lenkt oder Wärme und Kühle trägt. Stört das Chaos der Töne die klare Formensprache, nimmt er sie heraus. „Schwarz-Weiß ist für mich die Reduktion auf das Wesentliche.“

Und gerade jetzt? Schönberg gönnt sich eine künstlerische Pause – ein wenig Abstand, um neue Ideen zu sammeln. Eine Haltung, die zu seinen Bildern passt: Auch sie leben vom Raum zwischen den Dingen.

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Wenn die Stadt
innehält

Petrol Station Brandsdorf - 01 · Fotografie: Alexander Schönberg
Petrol Station Brandsdorf – 01, 2019 · © Alexander Schönberg

„Schwarz-Weiß ist für mich die Reduktion auf das Wesentliche.“

Alexander Schönberg · Porträtfoto: Julius Evers
Porträtfoto: Julius Evers

Alexander Schönberg lebt und arbeitet in Hamburg. Bevor er zur Fotografie kam, hat er 15 Jahre lang Musik produziert und Songtexte geschrieben; im Oktober 2015 kaufte er seine erste Kamera. Seine Arbeiten werden international ausgestellt und wurden mehrfach ausgezeichnet. Er arbeitet überwiegend in Projekten, Nebel und Menschen in Stadt und Natur ziehen sich als Motive durch seine Serien. Seine Fotografien verkauft er als Prints; derzeit arbeitet er an Bildbänden über Hamburg in Schwarz-Weiß und Farbe, die für 2027 geplant sind.

Yeta · Art Vision Syndicate
art-vision-syndicate.de